Die Gemeinde Michendorf bildet ab August 2018 sechs Erzieherinnen und Erzieher berufsbegleitend aus. Im Dezember des letzten Jahres folgte die Gemeindevertretung dem Vorschlag der Verwaltung und beschloss sechs Halbtagsstellen für Erzieher/innen in Ausbildung zu schaffen. Bis Juni 2021 erhalten die Einrichtungen in denen Kinder von 0-6 Jahren betreut werden somit weitere Unterstützung im Erzieherteam. Dazu zählen die Einrichtungen Kita „Zwergenhof“, Kita „Ameisenhügel“, Krippe Wilhelmshorst, Kita „Heideschlösschen/Wirbelwind/Sonnenschein“, Kita „Wildenbrucher Waldzwerge“ und Kita „Storchennest“.

Im Land Brandenburg werden Erzieher/innen an Fachschulen mit dem Fachbereich Sozialwesen ausgebildet. Die Ausbildungskosten tragen die zukünftigen Fachkräfte. „Wir haben als Gemeinde bisher gute Erfahrungen mit der Ausbildung von Erziehern gemacht und möchten mit diesem Schritt dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Wir schaffen die erforderlichen Stellen und unterstützen damit unsere zukünftigen Erzieher und Erzieherinnen finanziell.“ betont Bürgermeister Reinhard Mirbach.

Das gemeindliche Engagement zahlte sich bereits bei der Stellenausschreibung aus. Rund 50 Bewerbungen sind bei der Personalverwaltung eingegangen. Der Durchschnitt je ausgeschriebene für pädagogische Fachkräfte lag in jüngster Vergangenheit bei knapp 3 Bewerbern. Das Auswahlverfahren, welches sich an Erwachsene mit abgeschlossener anderweitiger Berufsausbildung („Quereinsteiger“) und Jugendliche mit entsprechenden schulischen Abschluss richtete, ist abgeschlossen. Alle sechs Stellen sind erfolgreich besetzt.

Die zukünftigen Erzieher/innen arbeiten berufsbegleitend 20 Stunden in der Woche. Der Personalkostenanteil für die 3 jährige berufsbegleitende Ausbildung beträgt je Erzieher rund 61.000 €. Insgesamt sind das 366.633 €.

Frau Peggy Paul ist eine der sechs neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie beginnt im August in der Kita Ameisenhügel in Wilhelmshorst. „Sie erfülle sich damit ihren ersten Berufswunsch, den Sie früher aus verschiedenen Gründen nicht erlernt habe.“ sagt sie und freut sich auf die neue Aufgabe.

„Ich selbst war kein Freund von Azubistellen die in den Personalschlüssel einberechnet werden. „ Auszubildende“ sollten an der Hand eines Praxisanleiters lernen können, so wie ein Geselle an der Hand des Meisters in anderen Berufsgruben sein Handwerk lernt. Daher bin ich umso glücklicher, dass die Gemeinde Michendorf das neue Model umsetzt.“ freut sich die Leiterin der Kita Ameisenhügel Doreen Erdmann-Just über die helfenden Hände. Sie leitet die Kita seit 9 Monaten und hat auch die Ausbildungsstätte in Potsdam bewusst mit ausgewählt. „Durch das Blockmodell kann unsere zukünftige „Kindergärtnerin“ die ganze Woche bei uns lernen und unterstützen, nicht nur tagesweise. Das hat viele Vorteile“ erklärt Frau Erdmann-Just. Sie wählt dabei ganz bewusst das Wort Kindergärtnerin. „Der Urvater der Pädagogik Fröbel hat Kinder sinnbildlich als „Pflänzchen“ gesehen, die von der „Gärtnerin“ gehegt, gepflegt und gegossen werden.“ informiert sie.

„Unsere Erzieher/innen haben eine große Verantwortung zu tragen. Neben den Eltern sind Sie diejenigen, die unsere Kinder fünf Tage die Woche begleiten. Sie haben einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung. Daher ist es uns wichtig, das Erzieher ausreichend Zeit für die vielfältigen Aufgaben, die nach außen nicht unbedingt immer sichtbar sind, erhalten. Daher leisten wir uns eine Betreuung über den Landesschlüssel hinaus.“ erklärt Bürgermeister Reinhard Mirbach.

Dazu zählt auch die Freistellung der Einrichtungsleitungen in der Gemeinde Michendorf. Die Gemeindevertretung hatte bereits im Juni 2017 beschlossen, dass Kitaleiterinnen von der pädagogischen Arbeit bis zur Höhe ihres Grundvertrages freigestellt werden. Kitaleiterinnen hatten zuvor in den Kitaleiterberatungen und Teamsitzungen berichtet, dass es sich sehr schwierig gestaltet, alle anfallenden Aufgaben in den Einrichtungen unter Beachtung von Personalausfällen durch Urlaub, Weiterbildung und Arbeitsunfähigkeit gerecht zu werden. Seit 1. Oktober des letzten Jahres wird diese Regelung nun erfolgreich praktiziert. Die Mehrkosten liegen bei rund 90.000 € im Jahr.

Frau Erdmann-Just ist sehr dankbar für diese Vorgehensweise in der Gemeinde Michendorf. „Denkprozesse brauchen viel Zeit. Es müssen zudem Dienstpläne geschrieben und Dienstberatungen sowie Elternabende vorbereitet werden.“ erläutert sie und weist daraufhin, dass man nun auch den ganzen Tag als Ansprechpartner für das Erzieherteam und die Eltern da sein kein. „Probleme können sofort gelöst und Unterstützung angeboten werden“ unterstreicht sie. Frau Erdmann-Just bedankt sich bei Bürgermeister Reinhard Mirbach für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, die ihr den Rücken für rein pädagogische Aufgaben frei hält und Sie lobt zudem die gute Ausstattung in der Einrichtung.