Michendorf – Auch ehrenamtliche Nutzer der sechs Gemeindezentren und drei Sporthallen sollen zukünftig ein Entgelt zahlen und sich somit an den Gesamtkosten anteilig beteiligen.

Die Kommunalaufsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark hatte der Gemeinde Michendorf die Auflage zur Erhöhung des Kostendeckungsgrades der gemeindeeigenen Einrichtungen erteilt. Die Gemeinde ist auch entsprechend gesetzlicher Regelungen verpflichtet, zur Deckung der für die Aufgabenerfüllung notwendigen Erträge, Entgelte und Steuern in Anspruch zu nehmen.

Bisher konnten Vereine die Räumlichkeiten der gemeindeeigenen Gebäude kostenfrei nutzen und wurden somit indirekt gefördert. Zukünftig sollen Kosten für u. a. Strom, Wasser, Heizung, Müll, Wartung, Versicherung und Reinigung anteilig auf alle Nutzer umgelegt werden. 

Derzeit wird in den Gremien der Entwurf zur Entgeltordnung beraten. Schwerpunkt bildet hierbei der gemeinsame Wunsch, einen erträglichen Kompromiss zu finden. „Die wertvolle Arbeit des Ehrenamtes soll durch die zusätzlichen Kosten nicht zerstört werden“ so Bürgermeister Reinhard Mirbach. Ein Beschluss ist laut Beratungsfolge nach Anhörung der Ortsbeiräte für den 13. Mai 2019 vorgesehen.

Die Betriebskosten für alle sechs Gemeindezentren beliefen sich für die letzten beiden Jahre im Durchschnitt auf rund 102.300 € jährlich. Sollte die Entgeltordnung mit den aktuell vorgeschlagenen Staffelpreisen von einem bis fünf Euro die Stunde (je nach Gemeindezentrum) beschlossen werden, würde durch die Einnahmen ein Kostendeckungsgrad von 5 Prozent erreicht werden . 

Bei den drei Sporthallen in Michendorf, Wildenbruch und Wilhelmshorst liegt der jährliche Durchschnittswert für die Ausgaben der Betriebskosten bei 55.800 €. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Sportvereinen, Bürgermeister Reinhard Mirbach und der zuständigen Leiterin Annick Sargk-Sternad wurde vereinbart, dass die Sportvereine eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei Varianten der Entgeltzahlung haben.

Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen an Gemeindezentren und Sporthallen trägt die Gemeinde Michendorf weiterhin allein. Im letzten Jahr sind knapp 27.000 € investiert worden.

„Die indirekte Förderung der Vereine, durch kostenlose Nutzung der Gemeindezentren und Turnhallen, können wir durch die Auflage der Kommunalaufsicht leider nicht mehr aufrechterhalten. Im Haushalt eingeplant bleiben jedoch weiterhin die direkte Förderung der Sportvereine mit je 10 € pro Mitglied (insgesamt 20.050 €) im Jahr und auch die Kulturförderung (20.000 € jährlich). Auch die Zuschüsse durch die Ortsbeiräte soll es weiterhin geben. Geplant ist auch, die gebührenfreie Plakatierung, die Beantragung verkehrsrechtlicher Anordnungen sowie den Auf-/Abbau von Verkehrszeichen für Veranstaltungen und sonstige gewachsene Unterstützungen beizubehalten.“ informiert Mirbach. Er sagt ebenso zu, die Nutzungsgebühr für die Sporthalle des Gymnasiums Wolkenberg an den Landkreis Potsdam-Mittelmark in Höhe von knapp 14.000 € für das laufende Jahr planmäßig für die Sportvereine übernehmen zu wollen.

Die Gemeinde Michendorf ist nach Auskunft des Landkreises die einzige Gemeinde, die Kostenübernahmeerklärungen für die Nutzung der Sporthalle am Wolkenberg-Gymnasium durch die örtlichen Sportvereine Vereinen an den Landkreis abgegeben hat. Hier zahlt die Gemeinde eine Gebühr von 5,34 € pro Stunde an den Landkreis, wenn der Verein Mitglied im Kreissportbund Potsdam-Mittelmark ist. Dieser Betrag ist jedoch nur ein geringer Unkostenbeitrag und deckt nicht die wirklich anfallen Kosten des Landkreises. Wie der Landkreis mitteilte, war Michendorf in dieser Sache Vorreiter. Leider haben sich andere Gemeinden, die ebenfalls Sporthallen in Trägerschaft des Landkreises vor Ort haben, nicht angeschlossen.