Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie, 17. Mai
Worte der Gleichstellungsbeauftragten
Zugegebenermaßen, der etwas sperrige Titel dieses internationalen Welttages auch IDAHOBIT – englisch für International Day against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia) ist im Gegensatz zu den Ehrentagen im Mai für die Mütter (10. Mai) und Väter bzw. Herren (eigentlich Christi Himmelfahrt) ein Aktionstag gegen die Diskriminierung von Menschen, die nicht heterosexuell sind bzw. der heterosexuellen Norm entsprechen.
Angefangen hat der Tag 2005 als Aktionstag, der von homosexuellen Menschen ins Leben gerufen wurden. In den folgenden Jahren beteiligten sich auch bisexuelle, trans- intergeschlechtlichen und asexuelle Gruppen, sodass der Tag inzwischen die Vielfalt queerer Identitäten vertritt.
Der Tag liegt nicht als Ergänzung zum Herren- und Muttertag im Mai. Er erinnert an ein wichtiges historisches Ereignis. Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten. Transgeschlechtlichkeit wurde erst 2019 von dieser Liste gestrichen.
Auch wenn das ein wichtiger Meilenstein war, wie auch die Entkriminalisierung von Homosexualität (in der BRD waren homosexuelle Handlungen zwischen Männern bis 1994 strafbar, in der DDR bis 1968), entwickelt sich die gesellschaftliche Akzeptanz zwar positiv, aber weiterhin erleben viele Menschen nach wie vor Stigmatisierung, Ausgrenzung und Gewalt.
In insgesamt 65 Ländern sind derzeit (Stand 2024/2025) gleichgeschlechtliche Handlungen strafbar. In 12 Ländern ist eine Todesstrafe möglich. Trotz eines globalen Rückgangs der Kriminalisierung gibt es Länder, in denen derzeit die Strafgesetze gegen LGBTQ+ verschärft werden.
Auch die Fragen, wie die Eheöffnung oder die rechtliche Anerkennung geschlechtlicher Identität, werden weltweit unterschiedlich gehandhabt. All dies zeigt, dass der Weg zu voller Gleichberechtigung noch ein sehr weiter ist. Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung!
Ihre Steffanie Geyer
Kleines Lexikon der Begrifflichkeiten:
LGBTQ: „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer“ – ist der Überbegriff für alle, die nicht in traditionelle Geschlechter- oder Sexualnormen passen. Häufig wird dahinter auch noch ein + gesetzt, um weitere Identitäten einzuschließen.
Inter*Personen: Menschen mit Merkmalen von männlichen und weiblichen Körpern bzw. Menschen, die nicht eindeutig als männlich oder weiblich gelesen werden können.
Trans*Personen: Menschen, die sich nicht dem (biologischen) Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wird.
Queer: Sammelbegriff für Menschen, deren geschlechtlichen Identität nicht der heterosexuellen Norm entspricht
Homo-/Bi-, Inter-, Transphobie: Ablehnung und Abwertung von Homo- Bisexualität bzw. Inter- oder Transgeschlechtlichkeit.
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