Das bisschen Haushalt …

Worte der Gleichstellungsbeauftragten

Die Sommerwochen liegen hinter uns – und mit ihnen eine Zeit, in der viele für einen Moment durchatmen konnten – sei es auf Reisen oder im eigenen Garten oder dem eigenen Balkon.

 

Nun hat uns der Alltag wieder – und mit ihm die Vielzahl an Aufgaben, die in Beruf, Familie und Haushalt täglich anfallen. Nach wie vor übernehmen dabei die Frauen mehr Stunden mit Haushalt und in der Kindererziehung/ -betreuung. Die Zeitverwendungserhebung des Sozialberichts der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zeigt für Deutschland, dass Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren fast 1,5-mal mehr Zeit für unbezahlte Fürsorgearbeit aufbringen als Männer. Wenn man nur Hausarbeit (Putzen, Kochen, Waschen usw.) betrachtet, leisten Frauen etwa doppelt so viel wie Männer.

 

Nicht selten herrscht dabei auch die Vorstellung vor, dass „Frau“ einfach besser sei im „Kümmern“, im Versorgen und Organisieren. Dabei ist die Hausfrau eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Naturgegeben, gottgewollt und moralisch richtig sei die Rolle der Frau als aufopferungsvolles Wesen in den Diensten von Mann, Kind und Heim – eine Vorstellung aus den damaligen Haushaltsratgebern und kein evolutionärer Fakt. Das diese Prämisse inzwischen hinterfragt wird, ist auch ein Zeichen für einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

 

Trotz den nach wie vor bestehenden Herausforderungen für Frauen im Bereich der Care-Arbeit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, lässt sich ein positiver Wandel erkennen. Die zunehmende Sichtbarkeit von unbezahlter Arbeit und die politische Unterstützung durch Maßnahmen wie Elterngeld, Partnermonate und den Ausbau von Kitas schaffen zunehmend bessere Bedingungen. Auch die Aufwertung von Pflege- und Erziehungsberufen trägt dazu bei, die gesellschaftliche Bedeutung dieser Tätigkeiten anzuerkennen. Ein verändertes Rollenverständnis und der aktive Dialog über eine gleichmäßigere Verteilung der Aufgaben eröffnen neue Perspektiven. Besonders Vorbilder aus Medien, Politik und Wirtschaft setzen zunehmend Zeichen für eine gerechtere Zukunft, in der Gleichstellung nicht nur angestrebt, sondern aktiv gelebt wird.

 

Herausforderungen bleiben: Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit und das Ideal der „perfekten Mutter/ Hausfrau“ hält sich hartnäckig. Es hilft, auch die eigenen Gedanken zu hinterfragen. Was habe ich für Erwartungen an Frauen und worauf basieren sie? Dann wird sich hoffentlich zeigen, dass eine Jede von uns ihren Weg selbstbestimmt gehen kann – als Karrierefrau aber auch als zufriedene Hausfrau.

 

Ihre Steffanie Geyer, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde

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Veröffentlichung

Mo, 20. Oktober 2025

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